Internationale Steuern in Deutschland

Wie im vorangegangenen Abschnitt erwähnt können generell zwei Fälle der internationalen Besteuerung in Deutschland voneinander abgegrenzt werden. Dabei soll zunächst auf den Fall eingegangen werden, in dem ein Arbeitnehmer betroffen ist.

Eine Situation, in der ein Arbeitnehmer von einer internationalen Steuer betroffen ist, ergibt sich wenn er seinen Wohnsitz in einem anderen Land besitzt als dem, in dem er arbeitet. Dadurch entstehen in zwei Ländern Ansprüche auf die Besteuerung seines Einkommens. Diese Situation wird im internationalen Steuerrecht auch als Doppelbesteuerung bezeichnet. Eine solche ist jedoch generell nicht wünschenswert, da sie Arbeitnehmer durch eine doppelte Belastung finanziell überfordern würde und damit letztendlich internationale Tätigkeit verhindern würde. Wie aber lässt sich eine doppelte Besteuerung umgehen oder heilen? Hierfür haben sich zwischen einzelnen Staaten sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen gebildet, die im Fall der Fälle klären, an welchen Staat die Steuern zu zahlen sind. Diese sehen zum Beispiel vor, dass die im Beschäftigungsland gezahlten Steuern gegen die Steuerschuld im Wohnsitzland verrechnet werden. In anderen Fällen kann das Einkommen aus dem Land, in dem der Arbeitnehmer beschäftigt ist, nur in diesem Land besteuert werden. Im Wohnsitzland herrscht dann eine Befreiung von der Steuer.

Auch bei Unternehmen kann sich eine Art doppelte Besteuerung ergeben. Dies ist etwa der Fall wenn ein Unternehmen eine Tochtergesellschaft im Ausland gründet und diese dort Gewinne erzielt, die an die Muttergesellschaft abgeführt werden. So kann es dazu kommen, dass der im Ausland erzielte Gewinn zunächst dort versteuert wird und es bei der Ausschüttung des verbleibenden Betrages zu einer erneuten Besteuerung im Sitz der Muttergesellschaft kommt. In Deutschland würde damit bei Kapitalgesellschaften erneut eine Kapitalertragsteuer von 15,5 % anfallen. Um dies zu vermeiden bestehen auch hier Abkommen zwischen einzelnen Staaten. Auch hier kann ein Land entweder auf eine erneute Steuerung verzichten oder aber es werden konkurrierende Steueransprüche miteinander verrechnet. Problematisch ist jedoch, dass manche Länder als Wettbewerbsvorteil sehr geringe Steuern auferlegen und somit Firmen ins Ausland locken. Diese entkommen so oftmals einer hohen Besteuerung.